Vision Innovationszentrum Oberthurgau

Gilbert Piaser, Geschäftsleiter der Region Oberthurgau

Ein Kreativitäts- und Innovationszentrum soll das Oberthurgau attraktiver machen, gerade auch bei jüngeren Arbeitskräften. Ein Coworking Space soll Teil werden.

«Wir haben einen Brain-Drain in der Region, wir können wenig neue Talente ansiedeln», sagt Gilbert Piaser. Der Geschäftsleiter der Region Oberthurgau fügt an: «Seit drei bis vier Jahren arbeiten wir an einem Projekt mit dem Ziel, innovative, kreative Startups im Oberthurgau anzusiedeln.» Dem Verein, der die Region Oberthurgau fördert und sich für eine nachhaltige Entwicklung engagiert, gehören 13 Gemeinden sowie 3 Arbeitgebervereinigungen an. KMU geprägt «Der Thurgau ist geprägt von KMU», sagt Piaser. «Wir sind ein Industriekanton.» Es ist eine ländliche Region geprägt von einem traditionellen Wirtschaftsverständnis, wenig urban. Für neue Ideen hat es noch zu wenig attraktiven Raum. Es fehlt eine funktionierende Kultur der Zwischennutzung wie sie Zürich, Winterthur oder Basel kennen. Doch genau diese Arbeitenden mit ihren Ideen und Projekten will der Oberthurgau anziehen. «Wir müssen einen Raum schaffen, in dem Arbeitende ihre Kreativität ausleben können», so Piaser. «Wenn es uns nicht gelingt, solche Menschen anzuziehen laufen wir Gefahr, zukünftig weitere Arbeitsplätze zu verlieren.

Wohnen statt arbeiten – wohnen und arbeiten

Eine zweite Entwicklung fordert den Arbeitsplatz Oberthurgau heraus: Es entstehen viele Wohnbauten. Sie verdrängen Gewerbeimmobilien. Diese Flächen fehlen der Wirtschaft. Sie kann nicht wachsen. Für neue Unternehmen fehlen schlicht die Räumlichkeiten. «Wir haben zu wenig Wirtschaftsfläche. Und das spüren zuerst die Jungen», sagt Piaser. Deswegen sollen wieder Wirtschaftsflächen entstehen. Mit einem Innovations- und Kreativitätszentrum will man diesen Raum schaffen. Dabei ist Coworking ein Thema. «Wir wollten nicht, dass unmittelbar neben unserem Zentrum ein Coworking Space entsteht, wir wollen beides zusammen», sagt Piaser. Beides zusammen soll funktionieren und voneinander profitieren – ein Coworking Space, eingebettet in lokales, kreatives, neues Gewerbe. So kam es zum Kontakt mit VillageOffice.

Grundidee unbestritten

Piaser ist realistisch: «Die grösste Herausforderung dürfte die Finanzierung sein.» Doch er ist überzeugt vom gemeinsamen Projekt. Die Grundidee ist unbestritten. Denn auch wenn dieses Projekt auf jüngere Talente und innovative Arbeitende zielt: Profitieren wird auch das angestammte Gewerbe. Neue Firmen mit neuen Fachkräften – gerade aus dem 2. Sektor – sollen angezogen werden. «Und diese generieren Mehrwert auch für bestehende Unternehmen im Thurgau», sagt Piaser. «Der Wirtschaftsstandort wird belebt.»