«Keine mit Namen beschriftete Joghurts»

Fay Furness, Gründerin und Host

Roger Aeschbach, Gründer und Host

Mit Out of the Box starten sie ihr nächstes Projekt. Doch am Anfang von «Rhizom» stand einfach ein eigenes Bedürfnis. Sie fanden keinen Coworking Space, der ihren Vorstellungen entsprach. Also schufen Fay Furness und Roger Aeschbach kurzerhand ihren eigenen. Zuvor hatten sie während 25 Jahre ein Gestaltungsbüro im Bereich Szenografie (elementdesign.ch) geführt.

Doch das klassische Konzept eines Unternehmens mit statischem Ort und fester Belegschaft hatte sich erschöpft. Sie suchten eine Neupositionierung. Sie wollten in einem agilen netzwerkartigen System von projektspezifischen Stakeholdern wirken. Sie brauchten einen Raum, der Kollaboration fördert. Mit dem «Rhizom» haben sie dies geschaffen. Ihr Space liegt zentral in Basels Innenstadt. Vor drei Jahren gegründet, haben sie ihr Ziel erreicht, selbsttragend zu sein. Investitionen in Ausbau Möblierung, Infrastruktur und auch die eigene Arbeit sowie fehlende Einnahmen in der Anfangsphase konnten sie refinanzieren. Es gilt aber auch zu relativieren.
 

Was macht eigentlich ein Host?


VillageOffice: Ihr konntet bereits Eure Anfangsinvestitionen refinanzieren – zufrieden mit der wirtschaftlichen Entwicklung?

Fay Furness: Wir sind heute selbsttragend und konnten die Anfangsinvestitionen refinanzieren. Aber das heisst nicht, dass wir uns für unsere Arbeit als Host einen Lohn zahlen. Das machen wir neben unserer Tätigkeit in unserer Designfirma.
 
VillageOffice: Was sind die Aufgaben eines Hosts?
Fay Furness:  Eigentlich nehmen wir zwei Funktionsebenen ein. Auf der einen Seite sind wir Gastgeber im sozialen Bereich.
Roger Aeschbach: Auf der anderen Seite wollen wir die Leute im Hintergrund sein. Wir schauen, dass alles rund läuft.
 
VillageOffice: Macht der Host den Unterschied zum Gemeinschaftsbüro?
Roger Aeschbach: Er ist ein Teil des unterschiedlichen Ansatzes. Wir haben eine viel höhere Fluktuation an Menschen und Projekten bei uns als wir es von früher in der klassischen Konstellation einer Bürogemeinschaft kannten. Wir pflegen auch eher eine Zurückhaltung in Bezug auf Personifizierung der Arbeitsplätze und des Raumes. Wir wollen keinen WG-Groove: im Kühlschrank stehen keine mit Namen beschriftete Joghurts.
 

«Enthusiasmus gepaart mit viel Erfahrung im Projektmanagement»

VillageOffice: Wirkt sich das auch auf die Atmosphäre?
Fay Furness:  Ja. Bei uns ist es nicht heimelig. Wir bieten eine einladende aber auch konzentrierte Arbeitsatmosphäre.
Roger Aeschbach: So entsteht ein Umfeld, in welchem ein niederschwelliger Zugang für ganz verschiedene Nutzerinnen und Nutzer möglich ist. Die Atmosphäre unterstützt die Serendipity.
 
VillageOffice: Was waren die zentralen Erfolgsfaktoren?
Roger Aeschbach: Enthusiasmus gepaart mit viel Erfahrung im Projektmanagement.
Fay Furness:  Die Fähigkeit als Innenarchitekten und Kommunikationsdesigner viele Leistungen beim Aufbau selbst zu übernehmen ist sicher nicht zu unterschätzen.
Roger Aeschbach: Zudem haben wir für die Räumlichkeiten vorteilhafte Mietkonditionen.
Fay Furness:  Aufgrund unserer bisherigen Erfahrung sind wir sicher, dass wir mit einem weiteren Standort mit deutlich mehr Fläche den Hosts auch Löhne werden auszahlen können.
 
VillageOffice: Das heisst, Ihr wollt expandieren?
Fay Furness:  Wir wollen mit unserem Knowhow weitere Projekten mit soliden Businessplänen entwickeln. Dazu suchen wir Partner.
Roger Aeschbach: Daneben arbeiten wir an OUT OF THE BOX. Einem temporären Meetingroom, in welchem unsere Kundinnen und Kunden durch kreative Arbeitsumgebungen inspirierende Impulse erhalten. Dabei ermöglichen wir einen exklusiven Zugang zu authentischen Künstlerateliers und angesagten Galerien.
Fay Furness: Neugierig? Wir haben die Webseite soeben aktualisiert.

 

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