Die realistischen Wünsche eruieren

Jonas Füllemann, Stadtrat von Steckborn

Steckborn mit Seesicht

Jonas Füllemann, Stadtrat von Steckborn und Coworking

«Und natürlich ist da der Nachhaltigkeitsgedanke», sagt Jonas Füllemann, Stadtrat von Steckborn. Als Energiestadt ist der Gedanke an die Umwelt immer dabei. Die Aussicht, Pendlermobilität sinnvoll reduzieren zu können, ist entsprechend eine zusätzliche Motivation, sich zu engagieren: Die Gemeinde hat sich auf ein Projekt für Coworking à la VillageOffice eingelassen. Die ersten Schritte sind gelungen. Jetzt ist eine Arbeitsgruppe daran, das Projekt zu konkretisieren.

Jonas Füllemann, Stadtrat von Steckborn.

VillageOffice: Was war die Motivation, um dieses Projekt zu starten?
Jonas Füllemann: Steckborn ist ländlich, liegt wunderschön am See. Und wir haben ein älteres Publikum an Zuzügerinnen und Zuzügern. Uns ist es aber wichtig, dass wir eine gute Durchmischung haben, dass Steckborn auch für Familien attraktiv bleibt. Ein VillageOffice Partner Space hat das Potenzial hierzu.

VillageOffice: Gab es einen konkreten Auslöser?
Jonas Füllemann: Der Kanton hat den Gemeindecheck finanziert. Ich selbst kannte zwar schon Gemeinschaftsbüros, aber Coworking in dieser Form noch nicht. Mir war nicht bewusst, welche Chance dies gerade für ländliche Gemeinden wie die unsere darstellt.

VillageOffice: Anschliessend haben Sie eine Infoveranstaltung durchgeführt. Hatten Sie mit diesem Interesse gerechnet?
Jonas Füllemann: Wir hatten wohl Werbung gemacht. Dennoch war ich überrascht, wie gross die Resonanz war. Und wie durchmischt das Publikum. Ältere und junge, potenzielle Coworker aber auch Vertreter von Unternehmen. Diese wollen vielleicht das Angebot gar nicht persönlich nutzen. Sie sind aber interessiert, weil sie es ihren Mitarbeitenden anbieten wollen.

VillageOffice: Wie fielen die Reaktionen aus?
Jonas Füllemann: Schon im Vorfeld der Veranstaltung nahm ich die Neugier in der Gemeinde wahr. Nach der Veranstaltung haben wir eine Arbeitsgruppe gebildet, welche das Projekt konkret umsetzen will.

VillageOffice: Welche Herausforderungen hat die Gruppe zu meistern?
Jonas Füllemann: Es sind viele Vorstellungen vorhanden. Wir müssen herausfinden, welche Wünsche realistisch umsetzbar sind, um das Projekt zu konkretisieren. Eine Krippe oder ein Gamecenter mag in anderen Gemeinden funktionieren. In Steckborn dürfte dies zu wenig Rückhalt haben und nicht finanzierbar sein. Aber wir nutzen unser Netzwerk, etwa mit dem HGT, dem Handel Gewerbe Tourismus Steckborn, um das Potenzial und die Ansprüche zu eruieren.

VillageOffice: Und einen Raum haben Sie schon?
Jonas Füllemann: Nein, aber Möglichkeiten gibt es. Wir möchten natürlich möglichst zentral sein. Wir werden jetzt als nächstes ein Konzept erarbeiten und dann Sponsoren suchen.

Bericht zur Infoveranstaltung auf Bodensee TV.